Hintergrund

Grundlagen / Prinzipien der Individual­psychologie

  • Die Individualpsychologie wurde von dem Arzt und Psychotherapeuten Dr. Alfred Adler (1870-1937) in Wien Anfang des 20. Jahrhunderts begründet.
  • Sein Menschenbild ist positiv und lebensbejahend.
  • Der Mensch ist eine unteilbare Einheit, bestehend aus Geist, Körper und Seele.
  • Der Mensch ist ein soziales Wesen und braucht andere Menschen für seine körperliche, geistige und seelische Gesundheit.
  • Jeder Mensch möchte sich anderen Menschen zugehörig fühlen, dieses Bedürfnis ist die treibende Kraft für sein Handeln.
  • Der Mensch ist ein Entscheidungen treffendes Wesen (bewusst und unbewusst).
  • Das Denken und Verhalten des Menschen ist zielgerichtet.
  • Der Mensch möchte durch Beitragen seinen Platz in der Gemeinschaft finden.
  • Jeder Mensch möchte sich wertvoll fühlen.

Um den Menschen in seinem Denken, Fühlen und Handeln verstehen zu können, brauchen wir ein „Konzept“ vom Menschen. Die IP - von Alfred Adler begründet - ist eine humanistische Psychologie, die zu den 3 großen „Wiener Schulen“ gehört:

  • Siegmund Freud (Psychoanalyse)
  • Alfred Adler (IP)
  • Viktor Frankl (Logotherapie)

Die Individualpsychologie ist eine am Menschen tiefenpsychologisch orientierte Richtung. Sie ist lebensnah, allgemein verständlich und auf die Situation des Einzelnen in seiner Welt abgestimmt. Die IP sieht den Menschen als soziales, gleichwertiges Wesen, dass andere Menschen für seine seelische und körperliche Gesundheit braucht. Jeder Mensch ist eine unteilbare Einheit mit Geist, Körper und Seele und nur im Zusammenhang mit seiner Umgebung und der familiären und gesellschaftlichen Sozialisation in seinen jeweiligen Stärken und Schwächen zu verstehen.

Dies macht alle Menschen einzigartig und unverwechselbar. Die IP sieht den Menschen als aktiv handelndes – nicht triebbestimmtes –Wesen. Der Mensch trifft zielgerichtet Entscheidungen (bewusst und unbewusst), er ist schöpferisch tätig und er ist für seine Handlungen selbstverantwortlich. Sein Handeln ist bestimmt durch das Bemühen, zielgerichtet aus einem individuell gefühlten Zustand der Minderwertigkeit hin zu einem Zustand der vermeintlichen Vollkommenheit zu gelangen.

Wie entwickelt sich der Mensch aus individualpsychologischer Sicht ?

- Aus den Eindrücken und Signalen, die der kleine Mensch nach der Geburt um sich herum wahrnimmt, bildet er sich bis etwa zu seinem 6./ 7. Lebensjahr eine eigene Meinung über sich selbst, seine Mitmenschen und die Welt.

- Diese „Erkenntnisse“ bilden den Lebensstil (Leitlinie) für das Verhalten des Menschen in seinem weiteren Leben.

Elementarbedürfnisse des Menschen

Es ist ein soziales Grundbedürfnis des Menschen, sich zugehörig fühlen zu können. Diesen Zustand versucht der Mensch durch „Beitragen“ (in der Gesellschaft) zu erreichen. Durch die Erfüllung der naturgegebenen, „evolutionären“ Lebensaufgaben auf der Erde (Liebe/Arbeit/Gemeinschaft) strebt er an, Wert und Anerkennung zu erhalten. Je besser die Erfüllung der Lebensaufgaben in gut funktionierenden sozialen Beziehungen gelingt, umso gesünder fühlt sich der Mensch.

Mit Mut leben

Die IP hat die „Logik“ zu erkennen, dass jeder Mensch, so wie er ist, gut genug ist, um alle Fähigkeiten, Qualitäten und Fertigkeiten (die jeder naturgegeben hat), weiterentwickeln zu können. Bei diesem Entwicklungsprozess geht es grundsätzlich nicht um Bewertung und Veränderung im Sinne von anders werden müssen (oder sollen). Es geht vielmehr um liebevolle Eigenakzeptanz, hinzulernen und sich weiterentwickeln, so wie es für jeden einzelnen Menschen individuell passt.

Angebot Individualpsychologische Beratung

Der Lebensstil

Der Lebensstil (LS): was ist das ?

Der Lebensstil (LS) eines Menschen ist das eigene, individuelle „Programm“, mit dem ein jeder Mensch unverwechselbar und einmalig seine Welt aus der ganz persönlichen Perspektive erlebt. Das heißt, dass alle äußeren Eindrücke und Signale ausschließlich subjektiv wahrgenommen und bewertet werden. Der LS eines jeden Menschen ist also die persönliche Bewertung der subjektiv erlebten „Realität“ und wird zur persönlichen Grundhaltung bei der Gestaltung des eigenen Lebens.

Entwicklung des Lebensstils:

Im Rahmen seiner „Menschsein-Entwicklung“ bildet sich der Mensch bis etwa zu seinem 6./.7 Lebensjahr eine Meinung über sich selbst, seine Mitmenschen und die Welt um sich herum. Entscheidend dabei ist, dass eine jeder Mensch dabei eigenschöpferisch und bewertend vorgeht, so dass es so viele verschiedene LS gibt wie Menschen. Wie gesagt, entscheidend für die Charakterentwicklung ist bei diesem Prozess, dass alle wahrgenommenen Eindrücke durch den „Filter“ der persönlichen Stellungnahme ihren Wert erhalten.

Welche Bedeutung hat der LS ?

Der LS bestimmt (unterbewusst) unser Denken, Fühlen und Handeln und wird von Alfred Adler auch als private Logik eines jeden Menschen bezeichnet. Mit diesem LS geht der Mensch „durch die Welt“ und handelt zielgerichtet derart, dass sich die Überzeugungen - resultierend aus der privaten Logik mit den entsprechenden Gefühlen – immer wieder im täglichen Leben bestätigen, sozusagen als selbst erfüllende Prophezeiung. Das heißt, das jeder Mensch sich „ da zu Hause fühlt“, wo sich seine Überzeugungen (aus dem LS) wieder bestätigen, denn das ist die persönliche Welt und jeder Mensch - mit dem inneren Kind in sich – will die eigenen Überzeugungen bestätigt bekommen, auch wenn diese schmerzlich oder traurig sind. Das heißt, das innere Kind in uns sucht beständig nach Bestätigung seiner „Überzeugungen“ indem es im täglichen Leben „entsprechend“ handelt.

Angebot Lebensstilanalyse

Das Encouraging-Training Schoenaker-Konzept®

Das Encouraging-Training Schoenaker-Konzept® basiert auf den Grundlagen und Erkenntnissen der Individualpsychologie. Hieraus entwickelte Theo Schoenaker Anfang der 1990er Jahre Trainingsmethoden zur Förderung und Schulung der Fähigkeit zur Selbst- und Fremdermutigung, da er hierin die Grundlage für wichtige gesellschaftliche und persönliche Entwicklungsprozesse sah.

Dem Encouraging-Training liegt ein Konzept zugrunde, das die Idee der Ermutigung wirkungsvoll in die Praxis umsetzt. Die Denkprozesse, die durch Ermutigung eingeleitet werden, verändern unser Lebensgefühl zum Positiven, leiten Veränderungen auf der Verhaltensebene ein und führen somit zu einer verbesserten Lebensqualität.

Die Effektivität dieses Trainings wurde an den Universitäten Groningen (NL), Göttingen und Würzburg nachgewiesen.

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