Presseberichte

Ermutigende Führung: Wirksame Förderung der Veränderungs­bereitschaft

Vortragsveranstaltung des Peiner Bündnisses gegen Depression stößt auf großes Interesse  

In seiner jüngsten Vortragsveranstaltung am 23. März 2017 widmete sich das Peiner Bündnis gegen Depression wieder einem sehr interessanten Thema. Auch wenn der Begriff in der Managementliteratur ungebräuchlich ist: Die Kunst der Ermutigung ist wohl die wichtigste Führungsfähigkeit überhaupt. Nicht nur viele Menschen, sondern auch ganze Unternehmen kranken heute an Mutlosigkeit. Und diese Mutlosigkeit (oder Entmutigung) zieht vielfältige Folgeprobleme nach sich: Von Passivität und Lethargie, über ständiges Meckern, Quengeln und Schuldzuweisungen, bis hin zu Absicherungsmentalität und mangelnder Veränderungsbereitschaft.

„Wer es schafft, einem Menschen oder einem Team Mut zu machen, hilft ihm, über seine bisherigen Grenzen hinauszuwachsen; wer es schafft, ein Unternehmen zu ermutigen, eröffnet ihm neue Perspektiven“, so die Referentin Regula Hagenhoff, Leiterin des Adler-Dreikurs-Instituts.

In ihrem Vortrag vor ca. 60 Interessierten erläutert sie, wie ermutigende Führung nicht nur die Kompetenz und das Selbstvertrauen fördert, sondern auch das Geschäft voranbringt.

Seine Mitarbeiter zu ermutigen lohnt sich. So weiß Hagenhoff: „Das potenziert sich, wenn man es auf ganze Organisationen überträgt. Wenn es einem Unternehmen gelingt, eine ermutigende Führungskultur aufzubauen, erwirbt es sich einen Wettbewerbsvorteil, der kaum einzuholen ist, denn im Laufe der Zeit entfalten die Mitarbeiter ihr volles Potenzial, sodass das Unternehmen schließlich auf fast allen Positionen besser besetzt ist als die Konkurrenz.“

„Es ist nicht leicht, eine ermutigende Führungskultur aufzubauen“, so Hagenhoff, „aber es schafft die Basis für gesunde und motivierte Mitarbeiter und somit für ein erfolgreiches Unternehmen“. Mut ergibt sich laut der Referentin aus einem Gefühl der Zugehörigkeit. Sich als wertgeschätztes Mitglied eines Teams oder Unternehmens zu fühlen führt zu hoher Motivation, sich für seinen Aufgabenbereich und das Wohl der Firma einzusetzen. Hier setzt die Ermutigung an, die mit ganz kleinen Verhaltensänderungen im Leben eines Mitarbeiters einen großen Unterschied bewirken kann. So kann jeder Mensch z.B. durch einen freundlicheren Blick auf seine Mitmenschen oder aktives Zuhören zur Verbesserung des Zugehörigkeitsgefühls anderer beitragen, was langfristig die Motivation positiv beeinflussen wird. Eine große Hilfe ist auch, Störverhalten als Resultat von Entmutigung zu erkennen, um nicht seine Energie in sinnlosem Gegeneinander zu vergeuden. Die entsprechende Haltung für die ermutigende Art des Umgangs ist nicht mit einer einfachen Methode zu verwechseln. Sie wird über Selbsterfahrung und bewusstes Üben erworben. Die Grundlagen hierfür schuf die Individualpsychologie Alfred Adlers. Erlernbar und trainierbar machte sie Theo Schoenaker, der zu dem Thema Bücher verfasste und ein spezielles Training entwickelte, das in vielen deutschen Städten angeboten wird.

  • Das Peiner Bündnis gegen Depression feiert in diesem Jahr sein 5. Jubiläum. Die Arbeitsgruppe „Seelische Gesundheit in der Arbeitswelt“ organisiert seit mehreren Jahren regelmäßig Informationsveranstaltungen zum Thema und bereitet aktuell eine Veranstaltung für den 19. Oktober zum Thema “Innere Kündigung” vor. Weitere Infos sind zu finden unter: www.buendnis-depression-hildesheim-peine.de.

Ermutigung - und die Menschen blühen auf

Wie das Zusammenleben leichter gelingt ...

..., das schien viele Hildesheimer und Besucher aus dem weiteren Umkreis zu interessieren: Großen Zulauf hatte unser erster Ermutigungstag in Hildesheim, den wir - die Regionalgruppe Nord/Hannover des VpIP - am 12.11.2016 auf die Beine gestellt haben.

In modernen Räumen mit angenehmem Ambiente trug auch der Sonnenschein durch das große Dachfenster an diesem Novembertag dazu bei, dass spürbar wurde, wie sich Ermutigung in Beziehungen - sei es privat oder beruflich - auf unsere Lebensqualität auswirken kann.

Barbara Hennings Einführungsvortrag in das Thema Ermutigung im individualpsychologischen Sinn machte mit ganz einfachen Beispielen klar, wie förderlich Ermutigung für Kinder und "vermeintliche" Erwachsene ist, um sich angenommen zu fühlen und dadurch gerne zur Gemeinschaft, zu gelingenden Beziehungen beitragen zu können. Alfred Adler hatte dies einmal von hinten aufgezäumt ausgedrückt mit dem Satz "Entmutigung ist die Wurzel allen Fehlverhaltens". Barbara Hennings würdigte Theo Schoenakers Beitrag zur Psychologie Alfred Adlers, indem er die Ermutigung "erlernbar" gemacht hat; über die Methoden des Encouraging Trainings hin zu einer inneren Haltung, die uns in allen Lebensaufgaben hilft, Schwierigkeiten zu meistern über eine versöhnliche Einstellung uns selbst, unseren Mitmenschen und Konflikten gegenüber.

Dass wir unser Bedürfnis nach Zugehörigkeit nicht morgens am Werkstor abgeben und erst zum Feierabend wieder abholen können, wurde in Dagmar Wolffs Workshop "Ermutigende Beziehungen am Arbeitsplatz" deutlich. Durch praktische Übungen erarbeiteten die Teilnehmer, wie unsere Bereitschaft, uns für unsere Mitarbeiter, Vorgesetzten und Kollegen und für unseren Aufgabenbereich zu engagieren, davon abhängt, ob wir uns dort zugehörig fühlen. Wie soll man gerne und konstruktiv arbeiten, wenn man sich angespannt und misstrauisch fühlt und den Tag mit Magenschmerzen beginnt? Wie wertvoll es für das eigene Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit ist, sich selbst und andere ermutigen zu können, wurde allen Teilnehmern durch Dagmar Wolffs Übungen klar. Zu ermutigen heißt also, das Zugehörigkeitsgefühl positiv zu beeinflussen.

Und dann - nach Feierabend - brauche ich nichts mehr zu tun und kann den Abend mit dem Partner genießen? Harmonie, Zweisamkeit und Zugehörigkeit kommen dann ganz von ganz alleine? Karin und Marc Sprehe (siehe Foto) nahmen uns diese Illusion schon mit dem Titel ihres Partnerschaftsworkshops: "Beziehungen werden von alleine schlechter - Ermutigung lässt sie aufblühen". Sie zitierten Theo Schoenaker, nach dem Partnerschaft wie ein Garten ist, der ständige Aufmerksamkeit und Pflege braucht.

Theoretischer drückte er das mit seinem 3-Faktoren-Modell aus: Eine Partnerschaft blüht auf, wenn wir uns an den Faktoren Verbindlichkeit, Zuneigung und Kennenlernen orientieren. Ganz konkrete bestärkende Rituale und Ermutigungsübungen gab uns das sympathische Ehepaar mit auf den Weg, um bewusst die Partnerschaft zu fördern. Die Entscheidung dafür oder dagegen trifft jeder selbst!

Kann es Zufall sein, dass beide Workshops mit ganz ähnlichen Sätzen abgeschlossen wurden?

„Wenn du wirklich an Veränderung interessiert bist, dann warte nicht auf den Anfang deines Partners, sondern fange selber damit an.“

(Ulrich Clement - Professor für Medizinische Psychologie an der Universität Heidelberg)

 

"Keine Veränderung der äußeren Faktoren ohne eigene Veränderung"

 

Die Regionalgruppe Nord/Hannover besteht aktuell aus zehn IP-Beraterinnen und -Beratern aus der Region zwischen Osnabrück, Bielefeld, Hildesheim, Burgdorf und Braunschweig. Wer uns kennenlernen und evtl. mitarbeiten möchte, ist zu unseren Treffen herzlich eingeladen. Einfach nach dem nächsten Termin und Treffpunkt erkundigen unter: b.hennings@vpip.de

Marc Sprehe, Barbara Hennings, Dagmar Wolff, Karin Sprehe, Monika Böger, Antje Lemke, Ute Barra

 

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